Arbeits- und Gesundheitsschutz

Hannovers Idee von der Privatisierung und Leistungseinschränkung …

Niedersachsen/Bremen

Hannovers Idee von der Privatisierung und Leistungseinschränkung an Schulen

Zwei Tage Praxistest

Als wenn die Schulöffnung in der Pandemie nicht schon schwer genug wäre, werden die Schulhausmeister*innen in Hannover in der Verkehrssicherung der Schulen auch noch von den Privaten im Stich gelassen.

Kürzlich hat die Unternehmensberatung KPMG im Auftrag der Stadtverwaltung von Hannover zahlreiche Vorschläge zur Privatisierung und Auslagerung von öffentlichen Diensten und zu weniger Schulhausmeister*innen an den Schulen vorgelegt. Wie die Auslagerung an Private in der Praxis funktioniert, kann man heute schon beobachten: An vielen Schulstandorten ist der Winterdienst bereits heute an private Anbieter vergeben. Diese erbringen ihre Leistung jedoch gar nicht oder nur mangelhaft. Schulhausmeister*innen werden in dieser Situation oft alleine gelassen. Mit Schaufel und Besen statt Räumgeräten sollen sie dann die Verkehrssicherung für die privaten Anbieter übernehmen. Dies wird dann auch aus der Not heraus gemacht, um eine sichere Schulöffnung zu gewährleisten. Häufig findet der Einsatz für das Allgemeinwohl noch vor der eigentlichen Arbeitszeit statt. Von den privaten Anbietern fehlt häufig jede Spur (vgl. Bild). Zahlreiche Beschwerden, die sich beim Fachbereich Gebäudemanagement sammeln, belegen dies. Soll es in Zukunft keine Schulhausmeister*innen für die einzelnen Schulen mehr geben, ist die Verkehrssicherungspflicht noch weniger gewährleistet und mit der Gefahr vermehrter Unfälle vorprogrammiert. Dies geht auf die Knochen der verbleibenden Schulhausmeister*innen, die sich auch noch den Unmut von Schüler*innen, Eltern und Schulpersonal werden anhören müssen. Gute Schule sieht anders aus.

Und dies ist nicht das einzige Beispiel für das Scheitern von Privatanbietern in Schulen. Die Schulreinigung ist ein weiteres Thema, an dem man sieht, dass Privatisierung an Schulen keine sinnvolle Sache ist. Die Reinigungsleistungen von privaten Dienstleistern sind oftmals schlechter und die Beschäftigten arbeiten unter besonders prekären Bedingungen. Statt Privatisierung und Auslagerung sollte man sich in Hannover ein Beispiel nehmen, die Gebäudereinigung zu kommunalisieren. Ein Blick in Niedersachsen nach Wilhelmshaven, Osnabrück und den Landkreis Wesermarsch lohnt sich. Lasst unsere Schulen in Eigenverantwortung der öffentlichen Hand und der Landeshauptstadt Hannover. Denn nur mit einer gut betreuten Schule, ist Schule ein schöner Ort.

Betriebsgruppe der Schulhausmeister in der Landeshauptstadt Hannover ver.di Betriebsgruppe der Schulhausmeister in der Landeshauptstadt Hannover