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Bundesfachgruppenkonferenz 2015

Bundesfachgruppenkonferenz 2015

Bundefachgruppenkonferenz 2015 Bender Bundefachgruppenkonferenz 2015

Bundesfachgruppenkonferenz diskutiert über Gute Arbeit – neuer Vorstand konstituiert sich unmittelbar nach der Konferenz  

Gute Arbeit und die Personalbemessung in den Schulen standen neben den Organisationswahlen im Mittelpunkt der vierten Bundesfachgruppenkonferenz Schulen, die vom 25. bis 26. Februar in Berlin stattfand. Das Gremium beschäftigte sich außerdem mit verschiedenen Anträgen. Zudem wählte die Konferenz einen neuen Vorstand, der sich unmittelbar nach der Konferenz konstituierte.

Die Bundesfachgruppenleiterin Ilona Wichert verwies vor den Delegierten auf die Bedeutung der berufsfachlichen Arbeit. Viele Mitglieder erklärten immer wieder, wie hoch sie gerade die berufsfachliche Arbeit der Bundesfachgruppe einschätzten. Besonders die Bundesfachtagungen, die die Bundesfachgruppe regelmäßig organisiert, spiegelten die berufsfachliche Arbeit der Bundesfachgruppe wider. Aber auch die Publikationen zeigen, wie intensiv sich die Bundesfachgruppe mit diesen Themen auseinandersetzt.

Was brennt der Bundesfachgruppe Schulen derzeit auf den Nägeln? Einerseits ist es Gute Arbeit beziehungsweise die Frage, wie Gute Arbeit auch in den Schulsekretariaten und der Arbeit der Schulhausmeisterinnnen und Schulhausmeister Wirklichkeit werden kann. Andererseits geht um die Frage, wie die Stellenbemessung sowohl bei den Schulsekretärinnen wie auch bei den Schulhausmeisterinnen und Schulhausmeistern auf moderne, zeitgemäße Füße gestellt werden kann.

 

Bundesfachgruppenkonferenz 2015 Bender Bundesfachgruppenkonferenz 2015

Delegierte übergeben Unterschriftenlisten 

Dass die Schulsekretärinnen mit ihrer Eingruppierung alles andere als zufrieden sind, zeigt die Unterschriftenkampagne, die die Schulsekretärinnen gestartet haben. Einen ersten Stapel der Unterschriftenlisten übergaben einige Delegierte während der Konferenz an Achim Meerkamp, den Leiter des Fachbereichs Gemeinden. Mit ihrer Unterschrift stellen sich die Schulsekretärinnen hinter die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag, der ihre Eingruppierung regelt. Für Schulhausmeisterinnen und Schulhausmeister wird derzeit bereits über einen Eingruppierungstarifvertrag verhandelt. Renate Brauer vom Bundesfachgruppenvorstand betonte, mit dieser Unterschriftenliste sei ein erster Schritt getan. Allerdings werden die Schulsekretärinnen einen langen Atem brauchen, um ihr Ziel zu erreichen. Insgesamt wurden Meerkamp 1200 Unterschriften übergeben. Der Auftrag: Meerkamp möge diese Unterschriftenlisten an den Tarifpartner übergeben, also an die öffentlichen Arbeitgeber. Die Kampagne ist damit aber noch nicht beendet. Die Schulsekretärinnen wollen weiter Unterschriften sammeln und so zeigen, dass die Schulsekretärinnen vor Ort hinter der Forderung der in ver.di organisierten Schulsekretärinnen stehen.

Renate Sternatz Bender Renate Sternatz

Gute Arbeit bleibt Schwerpunkt Thema des Fachbereichs

Auch in den kommenden Jahren wird Gute Arbeit ein Schwerpunkthema des Fachbereichs bleiben. Das betonte die Bereichsleiterin Gemeinden, Renate Sternatz. Nach ihren Worten zeigt die Sonderauswertung für den öffentlichen Dienst, dass sich die Beschäftigten immer mehr belastet fühlen. Als Grund dafür nannten die Beschäftigten die widersprüchlichen Anforderungen und die hohe Arbeitsintensität, starke emotionale Belastungen und mangelnde Aufstiegschancen. Demgegenüber bewerteten sie nur die ihrer Ansicht nach „relativ gute Arbeitszeitgestaltung“ als positiv. Fast jeder dritte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sieht sich zu Abstrichen bei der Qualität der Arbeit gezwungen, um das vorgegebene Arbeitspensum zu schaffen, sagt die Sonderauswertung.

Was auch deutlich wurde: Gefährdungsbeurteilungen sind immer noch nicht selbstverständlich. Psychische Belastungen werden nur selten erfasst. Dabei ist längst klar, dass zwischen den Arbeitsbedingungen und den psychischen Störungen ein Zusammenhang besteht.

Damit Gute Arbeit Wirklichkeit wird, muss nach Sternatz Worten sowohl auf der politischen, der tarifpolitischen wie auch der betrieblichen Ebene angesetzt werden. So muss die Politik das Personal gerade bei den Aufsichtsbehörden verstärken. Zugleich muss die Politik die Unternehmen und Verwaltungen dazu verpflichten, psychische Gefährdungen zu erfassen. Nicht zuletzt braucht es wirksame Sanktionen für alle jene Fälle, in denen sich die Arbeitgeber weigern, ihren Arbeitsschutzpflichten nachzukommen. Außerdem müssen auch psychische Erkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt werden.

Tarifpolitisch will Sternatz zunächst die Wirkung bisheriger Regelungen analysiert wissen wie die Arbeitszeiten- und Pausenregelung beim Sozial- und Erziehungsdienst. Ferner müsse über tarifpolitische Zukunftsfelder wie Demografie und Gesundheitsschutz, Qualifizierung und Arbeitszeit diskutiert werden. In den Betrieben wiederum müsse es darum gehen, dazu beizutragen, dass flächendeckende Gefährdungsbeurteilungen erstellt werden. Außerdem müsse „Gute Arbeit“ noch stärker zum Thema in den Betrieben werden.

Mit Blick auf die Umstrukturierungen innerhalb ver.dis, die so genannte Perspektive 2015, sagte Sternatz: Die Maßnahmen nähmen die Mitgliederentwicklung, die Mitgliederorientierung und die Mitgliederbeteiligung in den Blick sowie die Mitgliederorientierung. Es geht darum, betriebliche und regionale Strukturen aufzubauen, sich zu vernetzen und den Transfer zwischen Betrieb, Politik und Medien verbessern.

Robert Kösling Bender Robert Kösling

Stellenbemessung

Für den selbstständigen Berater Robert Kösling sind die bisherigen Stellenbemessungssysteme, die im Schulbereich angewandt werden, nicht ausreichend. Seiner Ansicht nach muss ein Stellenbemessungssystem vier Bereiche umfassen: Zum Aufgabensockel gehören unter anderem die Kontrollgänge und kleine Instandhaltungen. Zu den objektspezifischen Faktoren zählt zum Beispiel die Gebäudesubstanz und der Aufwand für die Wartung der technischen Anlagen. Dagegen sind Schülerzahlen, die Drittnutzung, schulische Veranstaltungen und die Schulform nutzungsspezifische Faktoren. Zu den qualifikationsspezifischen Faktoren wiederum zählt Kösling zum Beispiel Vereinbarungen zu Reaktionszeiten oder Innovationen.

Was aber können Tätigkeitsmerkmale zum Beispiel für Schulhausmeisterinnen und Schulhausmeister sein? Die Wahrnehmung von Budgetverantwortung etwa, die Tätigkeit an Schulen mit erhöhtem technischen Anforderungen oder die Wahrnehmung von Koordinationsaufgaben, auch der Einsatz an mehreren Standorten oder als Springer – all das fällt in diese Kategorie.

Allerdings warnt Kösling: Nur mehr Personal löst nicht das Problem. Vielmehr müsse es darum gehen, dass die Beschäftigten mehr Einfluss auf die Arbeitsmenge bekommen – indem zum Beispiel Vereinbarungen über Bearbeitungszeiträume getroffen werden. Und es muss darum gehen, dass Berufsverlaufswege geschaffen werden. „Personalbemessung ist kein Thema der Quantität, sondern der Qualität“, so Kösling, „und damit der Qualität der Arbeit – der guten Arbeit“.